Dachstuhl statt Schulbank

Der 19-jährige Lars Ole Hoffmann macht seit Herbst 2017 seine Ausbildung bei Guido Mertens – und fühlt sich hier pudelwohl, Im Interview erzählt er uns, wie er aufs Dach kam, was man als Dachdecker können muss und warum es ihm bei Allesbedacht so gut gefällt.

Wie kam es dazu, dass du eine Ausbildung zum Dachdecker angefangen hast?

Lars Ole: Eigentlich wollte ich schon immer etwas Handwerkliches machen. Da meine Eltern aber beide studiert haben, habe ich mich nach dem Realschulabschluss doch für das Gymnasium entschieden. Dann habe ich im Sommer 17 hier bei Guido Mertens ein Praktikum gemacht. Die drei Tage haben mir so einen Spaß gemacht, dass mir sofort klar war: Das ist es!

Und dann hast du die Schule beendet?

Genau! Ich bin erst einmal zum Arbeitsamt, mich arbeitslos melden, um mir eine Lehrstelle zu suchen – und dann kam der Anruf von Guido -meinem jetzigen Chef – dass ich bei ihm anfangen konnte. Das passte gerade noch rechtzeitig zum regulären Ausbildungsbeginn.

Wie lange dauert deine Ausbildung?

Insgesamt drei Jahre. Ich bin jetzt seit gut eineinhalb Jahren hier, habe sozusagen Halbzeit. Nächstes Jahr von März bis Mai mache ich die Abschlussprüfungen. Dann bin ich Geselle. Den Meister will ich später auch machen.

Du sagst, dass dir die Arbeit auf dem Dach von Anfang an Spaß gemacht hat. Was ist denn das Spannende hier?

Die Vielfältigkeit. Ich mache hier jeden Tag etwas anderes. Mal sind wir auf einem Flachdach, mal auf einem Steildach. An einem Tag decken wir ein Dach komplett neu, an einem anderen machen wir Abdichtungs- oder Klempnerarbeiten. Wir arbeiten mit Dachziegeln und Holz oder auch mit Zink und Aluminium. Das ist viel besser, als jeden Tag im selben Büro oder derselben Fabrikhalle zu sein. Wir sind immer an einem anderen Ort, viel unterwegs. Das liebe ich.

Und die Berufsschule?

Da lernen wir die Theorie für das, was wir am anderen Tag praktisch auf dem Dach tun: zum Beispiel wie ein Steildach oder Flachdach aufgebaut ist, was es für Materialien gibt. Bautechnik ist unser größtes Fach – daneben gibt es Mathe und Sozialpolitik. Aber das ist auch OK. Die Schule ist für mich kein Problem.

Was ist das Besondere hier bei Guido Mertens?

Das ist vor allem das gute Arbeitsklima. Wir gehen hier ordentlich miteinander um, haben einen guten Umgangston. Dass das nicht überall so ist, erzählen mir meine Schulkollegen jeden Tag. In manchen Betrieben herrscht ein ganz anderer Wind. Und dann werde ich hier als Lehrling auch nicht nur als Helfer eingesetzt, sondern darf schon vieles mitmachen. Dabei lernt man sehr viel, manchmal auch nur vom Zugucken. Du musst mit den Augen klauen!

Und was sollte man können, wenn man Dachdecker werden will?

Vor allem muss man natürlich schwindelfrei sein, sonst geht das gar nicht auf dem Dach. Und sportlich – ein bisschen was abkönnen. Wir machen viel Ausdauerarbeiten, bei denen man länger etwas halten oder heben muss. Das ist manchmal ziemlich anstrengend. Aber ich find`s gut. Seit ich hier angefangen habe, habe ich 8 Kilo zugenommen – nicht am Bauch sondern an den Muskeln. Fitnessstudio brauche ich keins mehr.

Das Wetter macht euch doch bestimmt auch manchmal zu schaffen?

Natürlich muss man als Dachdecker wetterfest sein, denn oben auf dem Dach ist es oft ziemlich eisig oder richtig heiß, und den Wind bekommt man völlig ungeschützt ab. Aber ich liebe es, draußen zu sein, und nicht in einem stickigen Büro zu sitzen. Deshalb bin ich froh, dass ich mich für die Dachdeckerausbildung entschieden habe.

Lars Ole, wir danken dir für das Gespräch.

Wer sich für eine Ausbildung zum Dachdecker interessiert, meldet sich gerne telefonisch unter 02151-77 25 84 bei uns. Guido Mertens gibt euch gerne Auskunft – und ein Praktikum ist auch meistens möglich. Und übrigens – bei uns arbeiten auch Frauen auf dem Dach!

2019-02-08T15:24:48+00:0008. Feb 2019|Nachrichten|